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Aus der Kabine

Werkstattberichte: lokale KI im Praxistest

Hier halte ich fest, was beim Betrieb meiner eigenen Systeme passiert, auch wenn etwas schiefgeht. Jeder Bericht endet mit dem, was ein Betrieb daraus mitnehmen kann.

Die Berichte

EifelHeld

Gemessen wird auf dem Zielgerät, nicht auf dem Entwicklungsrechner

Im September habe ich berichtet, dass EifelHeld statt 56 nur noch 5 Sekunden für eine Antwort braucht. Das stimmte, allerdings auf meinem Entwicklungsrechner. Auf dem Mini-PC, auf dem EifelHeld später bei Gastgebern stehen soll, waren es rund 26 Sekunden.

Der Mini-PC ist ein gebrauchtes Bürogerät mit einem Prozessor aus dem Jahr 2017, gekauft für einen zweistelligen Eurobetrag. Vorher lief alles auf einem noch kleineren Gerät mit halb so vielen Prozessorkernen, und die Zahlen dort waren deutlich schlechter. Mit 8 GB Arbeitsspeicher hat das Betriebssystem das Sprachmodell unter Last einfach beendet. Erst mit 16 GB lief es stabil.

Bei lokaler KI entscheidet die Hardware über das Ergebnis, und zwar stärker, als es eine Zahl vom Entwicklungsrechner vermuten lässt. Inzwischen liegt die Antwortzeit auf dem Mini-PC bei 25 bis 40 Sekunden, je nach Frage. Die meiste Zeit kostet das Durchsuchen der Wissensbasis.

Für Sie heißt das: Lassen Sie sich Antwortzeiten nur für die Hardware nennen, die bei Ihnen stehen wird. Deshalb messe ich vor einer Kaufempfehlung an Ihren Unterlagen und auf vergleichbarer Hardware. So gehe ich vor →

EifelHeld

Die KI hatte recht, die Unterlagen nicht

Bei einer Prüfung fiel mir auf: EifelHeld hätte Gästen für den Notfall eine Anlaufstelle genannt, die es seit 2023 nicht mehr gibt. Das Sprachmodell hatte nichts falsch gemacht. Es hat wiedergegeben, was in der Wissensbasis stand, und die war an dieser Stelle veraltet.

Mit KI hat diese Art Fehler wenig zu tun. Eine Wissensbasis veraltet wie jedes Handbuch. Der Unterschied: Ein vergilbtes Handbuch sieht man, eine veraltete Antwort klingt so flüssig und überzeugend wie eine richtige.

Die Angabe ist korrigiert. Notrufnummern und Anlaufstellen prüfe ich seitdem jedes Quartal.

Für Sie heißt das: Wer einen KI-Assistenten einführt, braucht einen Pflegeplan für dessen Wissen: wer welche Einträge verantwortet und wann sie geprüft werden. Den sollte es vor dem Start geben, nicht nach dem ersten Fehler.

Thera

Schneller wirkt, wer früher anfängt

Thera, mein Sprachassistent, läuft bei mir zu Hause auf gebrauchter Hardware. Lange gab es nach jeder Frage eine spürbare Pause. Inzwischen antwortet er in unter zwei Sekunden.

Der Trick war kein schnelleres Modell. Die Sprachausgabe beginnt jetzt, während der Rest der Antwort noch entsteht. Außerdem bleibt das Modell im Speicher, statt bei jeder Anfrage neu geladen zu werden. Zwei Sekunden klingen nach wenig. Im Gespräch sind sie ungefähr die Grenze, ab der es sich nach Warten anfühlt.

Was lange nicht gut war: Wenn ein angesteuertes Gerät nicht erreichbar war, meldete Thera trotzdem Erfolg. Das ist behoben. Seitdem gilt bei mir: Eine Erfolgsmeldung zählt erst, wenn der tatsächliche Zustand geprüft ist.

Für Sie heißt das: Wie schnell sich ein KI-System anfühlt, hängt oft mehr am Aufbau als an der Rechenleistung. Bevor Sie für mehr Tempo teurere Hardware kaufen, lohnt der Blick darauf, wo die Zeit verloren geht.

Weitere Berichte folgen. Kürzere Fassungen erscheinen zuerst auf LinkedIn. Die Systeme, aus denen die Berichte stammen, stehen auf der Startseite unter Der Trainingsplatz.

Anstoß

Lieber vorher messen als hinterher nachbessern?

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir auf einen Ablauf in Ihrem Betrieb und klären, ob und wie KI dort hilft.

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hAImspiel · Christian Schröder · Dockweiler, Vulkaneifel · 0175 1681441